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Achtsam entschleunigen: SLOW-Living

Die Notwendigkeit innezuhalten, die eigenen Energietanker wieder zu aufzuladen und wie wichtig Ruhephasen sind, ist uns eigentlich bekannt. Eigentlich... und dennoch füllen wir unseren Terminkalender bis oben hin voll, haben ellenlange To Do-Listen und sind dann auch noch ständig für alle erreichbar - Social Media macht es möglich. Trotz der vielen Tipps und Tricks rund um die Achtsamkeit scheinen wir uns sehr schwer damit zu tun loszulassen und alle fünf einmal gerade sein zu lassen. Warum ist das eigentlich so? Und was hat es eigentlich mit dieser Achtsamkeit auf sich, von der man überall liest und hört?



Der Trend der Achtsamkeit


Achtsamkeit wird aktuell überall gehypt, zumindest in der kleinen Bubble, in der Jona und ich uns bewegen. Coaches* und Trainer*Innen, die sich auf dieses Thema spezialisiert haben, tauchen scheinbar auf einmal überall auf und auch die Magazine scheinen diesen Trend für sich entdeckt zu haben. Und zugegebenermaßen haben auch wir uns ja von diesem Hype anstecken lassen, auch wenn wir manchmal besser darin sind, unseren Coachees Tipps zu geben, wie sie gelassener und entspannter durchs Leben gehen können, als uns das dann auch immer im alltäglichen Leben gelingt.


In fernöstlichen Ländern wird Achtsamkeit bereits seit mehreren tausend Jahren praktiziert und hat seinen Ursprung im Buddhismus. In der Achtsamkeitspraxis richten wir unsere volle Aufmerksamkeit in Ruhe auf den gegenwärtigen Moment. Ohne Vorurteile und ohne Verurteilung. Wir machen uns unsere Empfindungen bewusst. Wir leben im Hier und Jetzt und nehmen den jeweiligen Augenblick wahr. Wir akzeptieren, was ist - ohne Wertung.


In unserer heutigen Welt, geht es jedoch hektisch zu und dazu muss man wahrscheinlich nicht einmal, wie wir Beiden in einer Großstadt, wie Berlin leben. Wir hetzen von Termin zu Termin, sind immer online (zumindest wird dies von uns erwartet, oder wir glauben, es wird von uns erwartet), Multitasking gilt oft als ultimative Stärke, mit der sich viele brüsten und vor lauter Effizienz machen wir vieles parallel und dabei sehr wahrscheinlich nichts von alledem so 100%. Zudem gilt in unserer Gesellschaft das ungeschriebene Gesetz: "Wer extrem beschäftigt wirkt, ist wahrscheinlich auch erfolgreicher und tüchtiger!" Mitmenschen, die sich ausruhen und längere Pausen einlegen, sind uns suspekt und werden schnell als faul abgestempelt. Kein Wunder also, dass wir uns bei diesem kollektiven Glaubenssatz nicht erlauben, einmal innezuhalten. Viele von uns geben sich beschäftigt, um den Schein zu wahren, dass wir auf dem Weg zum Erfolg sind. Außerdem möchten wir ja auch dazu gehören, und wenn jeder um uns herum schön beschäftigt scheint, dann machen wir da eben mit.


Statt das Hier und Jetzt zu genießen und den Augenblick zu erleben, blicken wir auf die Zukunft: Das anstehende Wochenende, der nächste Urlaub - wenn es gut läuft. Oder aber die nächste Deadline, den nächsten Geschäftstermin und setzen uns selber unter Stress. Alternativ hängen wir der Vergangenheit nach und lassen längt Passiertes immer wieder durch unseren Kopf laufen. Gut tut uns beides nicht. Der Blick in die Vergangenheit kann zu Schmerz führen und ändern können wir sie sowieso nicht. Der Blick auf die Zukunft erzeugt hingegen Stress und wir rennen ständig etwas hinterher, das noch nicht ist.


Da wir dabei die Gegenwart häufig vernachlässigen, verlieren wir die vielen kleinen Momente und Augenblicke, die unser Leben ausmachen. Wir verpassen kleine Glücksmomente, weil wir sie einfach nicht wahrnehmen, weil wir schon zur nächsten Sache hetzen. Dinge, die wir eigentlich mögen können wir so gar nicht mehr richtig genießen. Zeit für Entspannung bleibt oft kaum übrig, obwohl wir uns diese so sehnlich wünschen. Auf lange Sicht kann dieser Stress sogar zu Depressionen führen.

SLOW- Living: Die Kunst zu Entschleunigen


Eine Methode mehr Achtsamkeit in sein Leben zu integrieren, ist SLOW-Living, was an sich eigentlich eine Art Bewegung ist. Die SLOW- Bewegung hat sich in etwa in den 1980er Jahren entwickelt, und hat sich mittlerweile auf viele Bereiche, wie Essen, Beratung, Gesundheit, Denken , Geld und sogar Kino ausgeweitet.


SLOW steht dabei für:


S Sustainable (Nachhaltig)

L Local (Lokal)

O Organic (Natürlich)

W Whole (Ganzheitlich)


"Once she stopped rushing, she was amazed how much more life she had time for." (~ Unbekannt)

Sinn und Zweck des SLOW-Livings ist es nicht, wie der Name vermuten lässt alles sehr langsam zu tun. Es geht bei SLOW darum, die richtigen Dinge bewusst und mit Bedacht, also achtsam zu tun. In der SLOW- Bewegung konzentrieren wir uns auf das Wesentliche. Wir konzentrieren uns auf das, was wir wirklich benötigen. Es geht um Entschleunigung, es geht darum, dass wir uns selber den Dampf raus nehmen und es geht um Fokus. Bei SLOW machen die wesentliche Dinge im richtigen Tempo und gewinnen so wiederrum Zeit, denn wir lassen das für uns Unwesentliche weg. Bei SLOW- Living geht es also auch darum, dass wir NEIN zu den Sachen sagen, die uns nicht dienen. SLOW-Living ist also auch eine Form des Minimalismus, denn wir entscheiden uns für die Sachen, die uns wirklich wichtig ist und befreien uns vom Rest.


Bedenke: Ständig beschäftigt sein, ist eine Entscheidung - und wenn das so ist, können wir also auch dagegen entscheiden. Sobald du dir dessen bewusst wirst, dass du dich auch dagegen entscheiden kannst, deinen Terminkalender nahezu nahtlos zu füllen und ständig erreichbar zu sein ist der erste Schritte in Richtung Entschleunigung getan. Denn hey... es ist dein Leben und du hast es in der Hand, wie du es leben möchtest.

  • Mache dir bewusst, dass du dich entscheiden kannst, zu hetzen oder die Sachen entspannter anzugehen.

  • Frage dich: Was brauche ich wirklich um erfüllt zu sein?

  • Frage dich, in welchen Bereichen du dir Entschleunigung wünschst und was dich bisher daran hindert? Kommt der Druck rein von Außen, oder machst du dir selber zusätzlichen Druck?

  • Welche Termine sind wirklich notwedig und können nicht auf einen anderen Tag verlegt werden?

  • Gibt es wirklch 15 Punkte, die auf deine tägliche To Do-Liste gehören und unbedingt erledigt werden müssen? (Spoiler: Nein)

  • Bei welchen Aktivitäten kannst du abschalten? Mit welchen Menschen fühlst du dich entspannt? Was hindert dich daran, mehr von diesen Aktivitäten zu unternehmen oder mehr Zeit mit diesen Menschen zu verbringen?


Durch SLOW-Living können wir es erreichen ein gesünderes Leben zu gestalten, denn wir reduzieren bewusst den Stress. SLOW-Living hat einen postiven Einfluss auf unsere Beziehungen, die uns wichtig sind. SLOW-Living schenkt uns Zeit, eine der wichtigsten Ressourcen, die wir überhaupt haben


Übriges: Bereits im 19. Jahrhundert zog sich der amerikanische Schriftsteller Henry David Thoreau, für 2 Jahre, 2 Monate und 2 Tage aus der für ihn stressigen Zivilisation zurück und entfloh in eine Waldhütte in Massachusetts. Über seine Erlebnisse, Eindrücke und Beweggründe schrieb er sogar ein Buch "Life in den Woods".


Autorin: Sarah


Quellen:

Bewusster Leben: Die Kunst der Langsamkeit ( https://www.bewusster-leben.de/slow-living/ )

Frances Miralles, Héctor García (2016): Finde dein ikigai

Walden: (https://de.wikipedia.org/wiki/Walden)



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